Fachbegriffe für Diamanten und Edelsteine — verständlich erklärt.
Varietät des Chrysoberylls mit starkem Farbwechsel: Grün im Tageslicht, Rot-Violett im Kunstlicht. Benannt nach Zar Alexander II. Hochwertige Steine aus russischen Minenregionen (Ural) sind sehr selten und wertvoll.
Durch Wasser transportierte und abgelagerte Edelsteine. Sri-Lanka-Saphire und viele Rubine werden aus Flusssedimenten gewonnen — alluviale Herkunft ist normal.
Reflexion weißen Lichts aus einem Edelstein — das charakteristische Strahlen eines Diamanten. Maximiert durch optimale Schliffproportionen. Beim Brillantschliff: Licht tritt durch die Tafel ein, wird an Pavillonfacetten total reflektiert und zurückgeworfen.
Die renommierteste Herkunft für Rubine (Mogok-Tal) und Saphire. "Pigeon's Blood" Rubine aus Burma erzielen Weltrekordpreise. Herkunft nur durch anerkannte Labore (GRS, Gübelin, GIA) bestimmbar.
Gewölbter, unfacettierter Schliff. Klassisch für Opale, Mondsteine, Turmaline mit Chatoyanz (Katzenaugen-Effekt) und Sternsaphire. Zeigt optische Phänomene, die beim Facettenschliff verloren gehen würden.
Optisches Phänomen: Ein helles Lichtband zieht über die gewölbte Oberfläche eines Cabochon. Ursache: Parallele Einschlüsse (Rutilnadeln). Bekannt bei Chrysoberyll-Katzenaugen, Tigereisen, bestimmten Turmalinen.
Gewichtsmaß für Edelsteine. 1 ct = 0,20 Gramm. Gilt für alle Edelsteine, nicht nur Diamanten. Nicht zu verwechseln mit Karat-Feingehalt bei Gold.
Historische Herkunftsbezeichnung für Saphire aus Sri Lanka. "Ceylon Sapphire" gilt als Markenzeichen für helles, lebendiges Blau. Neben Kashmir und Burma eine der begehrtesten Saphir-Herkünfte.
Aufspaltung weißen Lichts in Spektralfarben. Sichtbar als bunte Blitze in einem Diamanten oder Demantoid-Granat. Diamant: 0,044. Demantoid: 0,057 — mehr Feuer als Diamant.
Grüne Varietät des Andradit-Granats. Höchste Dispersion aller Edelsteine — mehr Feuer als Diamant. Russischer Demantoid mit "Horsetail"-Einschlüssen ist besonders begehrt. Selten und teuer.
Kein sichtbarer Einschluss mit bloßem Auge aus 25 cm Abstand. Kein offizieller GIA-Begriff. VS2 Diamanten sind meist eye-clean, SI1 oft, SI2 selten. Bei Farbedelsteinen: individuell zu beurteilen.
Leuchten unter UV-Licht. Beim Diamant meist blau. Strong Blue Fluoreszenz kann in Tageslicht milchig wirken und mindert den Wert. None oder Faint ist ideal.
Künstliche Veränderung der Farbe durch Erhitzen, Bestrahlung oder Diffusion. Muss deklariert werden. Unbehandelte Steine erzielen erhebliche Preisaufschläge gegenüber behandelten.
Weltweit angesehenste gemmologische Institution. Entwickelte die 4C. Zertifiziert Diamanten und Farbedelsteine. GIA-Zertifikate sind international der Goldstandard — keine kommerziellen Interessen.
Schweizer Gemmologie-Labor, spezialisiert auf Farbedelstein-Herkunft. "Pigeon's Blood" und "Royal Blue" Auszeichnungen von GRS sind international anerkannt und werterhöhend.
Schweizer Traditionshaus (seit 1923), eines der renommiertesten Gemmologie-Institute weltweit. Gübelin-Zertifikate für Kashmir-Saphire und Burma-Rubine sind am Markt besonders geschätzt.
Geografische Ursprungsbestimmung eines Edelsteins durch Laboranalyse von Einschlüssen und Spurenelementen. Kashmir-Saphir oder Burma-Rubin ohne unabhängiges Gutachten ist am Markt schwer zu platzieren — mit Zertifikat eines anerkannten Labors (GRS, Gübelin, GIA oder qualifizierter Gutachter) erheblich mehr wert.
Häufigste Behandlung bei Rubinen und Saphiren: Erhitzen auf 1.000–1.800 °C verbessert Farbe und Klarheit. Über 90 % aller Rubine und Saphire im Handel sind erhitzt. "No Heat / Unheated" ist ein wertsteigerndes Merkmal.
Zweitgrößtes Zertifikatsinstitut, häufig für Labordiamanten genutzt. Gilt als etwas großzügiger als GIA — bei gleichen 4-C-Angaben ist ein IGI-Stein oft günstiger als ein GIA-Stein.
Inneres Merkmal eines Edelsteins: eingewachsene Minerale, Risse, Hohlräume. Bei Diamanten wertmindernd; bei manchen Edelsteinen (Rubin mit Seideneinschlüssen) kann es Echtheit und Herkunft bestätigen.
Begehrteste Saphir-Herkunft. Die Minen im Kargil-Distrikt (indisches Kaschmir) wurden ca. 1887–1925 abgebaut — seitdem praktisch erschöpft. Charakteristisch: samtig-blaues Leuchten durch feine Rutilnadeln. Höchste Preise aller Saphire.
Aluminiumoxid (Al₂O₃), Mohs-Härte 9. Alle Farbvarietäten außer Rot sind Saphire. Rote Varietät: Rubin. Farbe durch Spurenelemente: Chrom → Rot (Rubin), Eisen/Titan → Blau (Saphir), Vanadium → Farbwechsel.
Härteskala von 1 (Talk) bis 10 (Diamant). Nicht linear: Diamant (10) ist 4× härter als Korund (9). Für Schmuck: Alles unter 7 Mohs wird durch Hausstaub (Quarz, 7 Mohs) zerkratzt.
Bestätigung durch Laborzertifikat, dass ein Edelstein nicht erhitzt wurde. Werterhöhendes Merkmal: Unbehandelte Rubine und Saphire erzielen 50–300 % höhere Preise als erhitzte Steine vergleichbarer Qualität.
Kupferhaltige Turmalinvarietät mit neonblauer bis grüner Farbe. Ursprünglich nur aus dem brasilianischen Bundesstaat Paraíba; heute auch aus Nigeria und Mozambique. Echter brasilianischer Paraíba erzielt bis zu 50.000 €/ct. Kupfer-Nachweis + GIA-Zertifikat erforderlich.
Informelle, aber wertrelevante Bezeichnung für die begehrteste Rubin-Farbe: intensives, leuchtendes Rot mit leichtem Blauton. Nur von GRS, Gübelin oder GIA vergeben. Pigeon's Blood + Burma-Herkunft = maximaler Wert.
Informelle Bezeichnung für die begehrteste Saphir-Farbe: sattes, leuchtendes Blau ohne zu dunkle Töne. Von GRS, Gübelin und GIA vergeben. Royal Blue + Kashmir-Herkunft = maximaler Wert.
Rote Varietät des Korunds, gefärbt durch Chrom. Neben Diamant, Saphir und Smaragd einer der "Big Four" Edelsteine. Top-Qualität (Burma, Pigeon's Blood, unbehandelt) übertrifft preislich gleichwertige Diamanten.
Alle Farbvarietäten des Korunds außer Rot. Blau durch Eisen/Titan, Gelb durch Eisen, Pink durch Chrom, Farbwechsel durch Vanadium. 9 Mohs, keine Spaltbarkeit — ideal für Alltagsschmuck.
Grüne Varietät des Beryls, gefärbt durch Chrom und/oder Vanadium. Fast alle Smaragde haben Einschlüsse (Jardin = "Garten"). Spröde (Spaltbarkeit). Typisch: Öl- oder Harzfüllung zur Verbesserung der Klarheit — muss deklariert werden.
Blaue Varietät des Zoisits, nur in den Merelani Hills in Tansania abgebaut. Trichroisch: Blau, Violett und Braun aus verschiedenen Winkeln. Fast immer erhitzt (beseitigt Brauntöne). 6,5–7 Mohs, spröde — nicht für Alltagsringe geeignet.
GIA-Bewertung Excellent für Cut, Polish UND Symmetry. Garantiert optimale Lichtperformance. Standard-Anforderung für hochwertige Brillanten — für Verlobungsringe und Investment empfohlen.
Dokument eines qualifizierten Gemmologen oder anerkannten Labors (GIA, IGI, GRS, Gübelin u. a.) mit Bewertung von Qualität, Behandlung und Herkunft. GIA und IGI sind international am verbreitetsten — aber kein abschließendes Kriterium für Kompetenz.